Deutsche Mythologie
Germanische Götterwelt, vorchristliche Bräuche und Volksüberlieferungen im Spiegel mittelalterlicher Quellen
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- 1,99 €
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Beschreibung des Verlags
Jacob Grimms "Deutsche Mythologie" von 1835 ist eine umfassende Rekonstruktion vorchristlicher Glaubensvorstellungen der germanischen und deutschsprachigen Völker. Ausgehend von mittelalterlichen Chroniken, Heldenepen, Rechtsquellen, Ortsnamen, sprachlichen Zeugnissen und lebendigen Bräuchen untersucht Grimm Götter, Kultformen, Schicksalsvorstellungen, Dämonen, Feste und volkstümliche Überlieferungen. Sein literarischer Stil verbindet philologische Präzision mit anschaulicher, bisweilen spekulativer Darstellung; im Kontext der romantischen Nationalphilologie sucht das Werk hinter den verstreuten Quellen eine historische Kontinuität germanischer Religions- und Vorstellungswelten. Zugleich macht es die Spannungen sichtbar, die durch Christianisierung, Überlieferungsverlust und nachträgliche Umdeutung entstanden sind. Jacob Grimm (1785–1863), gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm einer der Begründer der germanistischen Sprach- und Literaturwissenschaft, verband juristische Ausbildung, historische Quellenkritik und ein ausgeprägtes Interesse an mündlicher Tradition. Seine Arbeiten zur Grammatik, Rechtsgeschichte und Sagenforschung entsprangen dem Bestreben, die kulturelle Vergangenheit des deutschen Sprachraums wissenschaftlich zu erschließen. "Deutsche Mythologie" steht somit in engem Zusammenhang mit Grimms romantischem Verständnis von Sprache als Gedächtnis eines Volkes, überschreitet jedoch durch ihre vergleichende Methode die bloße Sammlung von Märchen und Sagen. Dieses grundlegende Werk empfiehlt sich allen, die die Entstehung der modernen Mythologie- und Folkloreforschung nachvollziehen möchten. Es ist zugleich eine anregende, kritisch zu lesende Quelle für Germanisten, Historiker und kulturwissenschaftlich interessierte Leser, weil es nicht nur alte Überlieferungen bewahrt, sondern auch zeigt, wie wissenschaftliche Deutungen kulturelle Vergangenheit formen.