Der Totenwald
Eines der bedeutendsten frühen deutschen Zeugnisse über die Konzentrationslager des Nationalsozialismus
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Publisher Description
Im Sommer 1938 ließ Joseph Goebbels den bekanntesten deutschen Schriftsteller seiner Zeit ins KZ Buchenwald verschleppen. Als Häftling Nr. 7188 überlebte Ernst Wiechert dort zwei Monate. Bei seiner Entlassung empfing ihn Goebbels persönlich: "Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung." Wiechert schrieb dennoch, vergrub das Manuskript im Garten seines Hauses in Oberbayern, und grub es erst 1945, nach dem Ende des Krieges, wieder aus.
Der Totenwald ist kein Stück Autobiographie im üblichen Sinne – Wiechert erzählt in zeitlich zusammenhängenden Episoden aus dem Leben eines Intellektuellen namens Johannes, der seinen eigenen Weg durch Verhaftung, Gestapo-Gefängnis und Lager geht. Über die zirka zweimonatige Haft in Buchenwald berichtet Johannes ohne Haß und ohne Anklagepathos: von der systematischen Erniedrigung, von den 103 Toten allein im Juli 1938, von der schweren körperlichen Arbeit – und von dem, was ihn am Ende rettete: der Solidarität der Mitgefangenen, unter ihnen Kommunisten, Kriminelle, Pfarrer, Arbeiter, Menschen aus allen Schichten und Weltanschauungen, die er als Bürger und Schriftsteller zuvor kaum je beachtet hatte.
Diese Neuauflage präsentiert den Text eines der bedeutendsten frühen deutschen Zeugnisse über die Konzentrationslager des Nationalsozialismus – geschrieben von einem Mann, der das "andere Deutschland" in der dunkelsten Stunde verkörperte, und der dafür einen Preis zahlte, den er nie vergaß.