Die Apokryphen
Jüdisch-hellenistische Schriften und frühchristliche Überlieferung zwischen Weisheitsliteratur, Makkabäerzeit und apokalyptischer Hoffnung
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Beschreibung des Verlags
"Die Apokryphen" versammelt Schriften, die außerhalb des je nach Konfession unterschiedlich abgegrenzten biblischen Kanons stehen und dennoch maßgeblich zur religiösen und literarischen Vorstellungswelt des Judentums und frühen Christentums beigetragen haben. In ihnen begegnen Weisheitslehren, Legenden, Visionen, Gebete, Märtyrerberichte und apokalyptische Entwürfe; manche Texte werden katholisch und orthodox als deuterokanonisch anerkannt, während sie in anderen Traditionen als außerkanonisch gelten. Stilistisch reicht die Sammlung von dichterischer Bildsprache und dramatischer Erzählung bis zu spekulativer Endzeitprosa. Gerade diese Vielfalt macht sichtbar, wie intensiv Fragen nach Gesetz, Gerechtigkeit, Tod, Auferstehung und göttlicher Offenbarung literarisch gestaltet wurden. Als "Autor" dieser Sammlung erscheinen diverse, vielfach unbekannte oder pseudonyme Verfasser aus unterschiedlichen Epochen und kulturellen Räumen. Ihre Schriften entstanden überwiegend zwischen dem zweiten Jahrhundert v. Chr. und den ersten Jahrhunderten n. Chr., häufig in Auseinandersetzung mit politischen Umbrüchen, religiöser Verfolgung und der Erfahrung des Exils. Die Verwendung angesehener Namen – etwa Salomos, Henochs oder Esras – verlieh den Texten Autorität und stellte sie zugleich in eine lebendige Auslegungstradition. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Entstehung biblischer Überlieferungen, die Entwicklung jüdischer und christlicher Theologie sowie die Formen religiöser Literatur vertieft verstehen möchten. Es eröffnet einen faszinierenden Blick auf Stimmen, die der Kanon nicht vollständig bewahrt, deren Ideen jedoch die europäische Kultur- und Geistesgeschichte nachhaltig geprägt haben.