Breaking News
Zeitgeschehen in der Presse von 1648 bis 2001
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3,0 • 1 Bewertung
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- 19,99 €
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Beschreibung des Verlags
Was sagen uns Schlagzeilen über gesellschaftliche Debatten?
Schlagzeilen in den Zeitungen bestimmen, was wichtig ist – aus Perspektive der Zeitgenossen. Klaus Zeyringer liest ausgewählte Nachrichtenim Original in der damaligen Zeitung und analysiert, ob und wie sie etwas aufnahmen, das heute als welthistorisch gilt. Er stellt fest, welche Vorfälle und Themen sie zugleich beschäftigten – und welche aus heutiger Perspektive nicht. Somit erhalten wir Einsichten über Formen, Möglichkeiten und Wertigkeiten der Kommunikation sowie des sozialen Lebens.
Die Historikerin Ursula Prutsch ordnet die Berichte in den Kontext der Geschichte ein. Dadurch sehen wir, wie ein Ereignis von den Zeitgenossen bewertet worden ist und als was es sich im Laufe der Geschichte herausgestellt hat.
An einer Fülle von Beispielen erfahren wir u.a., wie schnell die Presse 1688/89 vor Ort in der »Glorious Revolution« mit den Siegern einen Paradigmenwechsel vollzog; dass die Blätter in Europa und den USA (bis auf extrem wenige Ausnahmen) Not und Elend indigener Bevölkerungen nicht als Auswirkungen des Kolonialismus vermittelten, etwa die Millionen Hungertoten der 1770er Jahre in Bengalen; wie intensiv 1848 der Ruf der Revolutionen hallte; welch fatale Rolle Zeitungen beim Börsenkrach 1873 und in der folgenden langen Wirtschaftskrise spielten; welchen Anteil Propagandalügen an der Entwicklung zum Weltkrieg und dann verstärkt von 1914 bis 1918 hatten; was beim Aufstieg der Nazis gesehen, übersehen wurde oder wie Fotos die Einschätzung des Spanischen Bürgerkriegs prägten.
Eine packende Zeitreise in die Aktualität der Vergangenheit voller überraschender Geschichten, und ein Denkanstoß über die Schlagzeilen von heute.
Kundenrezensionen
Passt
Breaking News zeichnet die Geschichte des Zeitungswesens in chronologischer Form nach – von den frühen Anfängen bis in die jüngste Gegenwart. Der Aufbau wirkt auf den ersten Blick durchdacht, doch beim Lesen verliert sich diese Struktur leider immer wieder im Detail. Zwar ist das Buch klar in Kapitel gegliedert, jedoch bleibt oftmals unklar, worauf der Autor mit seinen Ausführungen jeweils hinauswill. Positives und Negatives werden ohne klare Linie miteinander verwoben, sodass sich aus vielen Abschnitten kein eindeutiger Erkenntnisgewinn ergibt.
Besonders interessant fand ich die Kapitel zur Frühzeit des Zeitungswesens. Hier bietet das Buch tatsächlich viele spannende, teils unbekannte Einblicke in eine Epoche, die man als Leser sonst selten so detailliert beleuchtet bekommt. Anders sieht es mit den Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart aus: Diese wirken teilweise willkürlich gewählt und verlieren für mich als Zeitzeugen an Tiefe. Vermutlich auch deshalb, weil ich viele dieser Ereignisse selbst erlebt habe – allerdings durch andere Medien und aus anderen Perspektiven, was zu einer gewissen inhaltlichen Distanz führt.
Unterm Strich ein Buch mit guten Ansätzen und einem interessanten historischen Rahmen, das in der Umsetzung aber leider etwas sprunghaft und unausgewogen wirkt.