Das Ende der Unsichtbarkeit
Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen »Ein wirklich wichtiges Buch.« Alice Hasters
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4,5 • 2 Bewertungen
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- 18,99 €
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Beschreibung des Verlags
Wie fühlt es sich an, aufgrund seines Aussehens ausgegrenzt zu werden? Wie kann eine Familie in Deutschland ankommen, wenn sie auf gepackten Koffern leben muss, in der Angst, abgeschoben zu werden? Wie kann ein Kind einfach Kind sein, wenn die ersten Erinnerungen geprägt sind von Sorge, Scham und Traurigkeit? Wenn es nicht im Kindergarten war, kein eigenes Bett besaß?
In diesem persönlichen Buch verhandelt Hami Nguyen die Themen Rassismus und Klasse am Beispiel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Anti-asiatischer Rassismus wird in der Debatte oft ausgeklammert, weil asiatisch gelesene Menschen als "angepasst" gelten. Sie sind unsichtbar. Die Geschichten der vietnamesischen Migrant:innen in Deutschland sind kaum erzählt – dabei sind sie ein Teil der deutschen Geschichte.
Kundenrezensionen
Leicht zu lesen und unfassbar lehrreich
Ich durfte schon so viel unbezahlt von Hami lernen, dass es für mich ganz selbstverständlich war, ihr Buch zu lesen.
In ihrem Debüt schreibt Hami so zugänglich und persönlich über ihre eigenen rassistischen Erfahrungen, die Trauer um den Verlust von Traditionen und Sprache sowie das eigene Emanzipieren von den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft. Das kombiniert sie mit ganz vielen Fakten und geschichtlichen Hintergründen. Viel zu wenig wird in Deutschland über die Situation sogenannter Bootsflüchtlinge (BRD) bzw. ehemaliger Vertragsarbeiter*innen (DDR) gesprochen. Dass sie, wenn überhaupt, nur zeitlich begrenzt hier willkommen waren. Wie sich die rassistischen Gewalt von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen auf die deutsche Asylpolitik ausgewirkt hat (paradoxerweise im Negativen). Was das Zusammenspiel aus Misogynie und Rassismus mit asiatisch gelesenen Frauen macht. Und wer eigentlich mit „asiatisch“ gemeint ist und warum auch diese Bezeichnung problematisch ist.
Hami schreibt so nahbar und ehrlich, dass ich wiederholt beklemmt war. Wie viel Schikane und als positiv bezeichneten Rassismus können Mitglieder der sogenannten „Vorzeigeminderheit“ nur ertragen? Ich fand das Buch trotzdem leicht zu lesen und habe wirklich viel über anti-asiatischen Rassismus gelernt.
Für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung
Die Autorin Hami Nguyen verbindet in diesem Werk ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung auf struktureller Ebene. Ich habe bereits einige Bücher zur Thematik Rassismus gelesen und dieses Werk hat mir als weiße Person nochmal weitere Perspektiven eröffnen und neue Erkenntnisse schaffen können. Der Aktivismus der Autorin ergibt sich dabei aus der Notwendigkeit heraus und ist dadurch nicht immer eine freiwillige Entscheidung, wie sie zu Anfang darstellt.
Besonders den historischen Hintergrund der vietnamesischen Vertragsarbeiter in der DDR sowie der Bootsflüchtlinge fand ich interessant, da ich diesen vorher nicht kannte und mir die damit einhergehenden Diskriminierungserfahrungen nicht bewusst waren. Hami Nguyen berichtet von ihrer Kindheit, über der immer das Damoklesschwert der Abschiebung hing und die dauernde Angst vor willkürlichen Behördenschikanen. Dazu kam eine schwierige und belastende Familiensituation, die auch durch die äußeren Umstände bedingt war.
Ein weiterer Faktor der Unsichtbarkeit des antiasiatischen Rassismus ist der sog. positive Rassismus, den asiatisch markierte Personen erleben müssen, dabei haben sie oft gar keine Wahl, außer sich anzupassen. Das Nichtanerkennen dieser Problematik macht die Rassismuserfahrungen unsichtbar und führt dazu, dass Diskriminierung nicht als solche gesehen wird. Das Buch enthält viele weitere Aspekte, deren Hintergrund und Auswirkungen untersucht und beschrieben werden.
Der Schreibstil ist einfach zu lesen und daher für viele Menschen zugänglich und ich hoffe, dass viele dieses Buch lesen und der Diskurs dadurch angestoßen wird und den Rassismuserfahrungen vietnamesischer Menschen Aufmerksamkeit gegeben wird.