• 7,99 €

Beschreibung des Verlags

Zoe ist eine erfolgreiche Schauspielerin und ihrem Beruf leidenschaftlich verfallen. Ihre Sensibilität ist sowohl Voraussetzung für ihre berufliche Leistung, aber auch schwerwiegendes Hindernis bei der Suche nach persönlichem Glück. Sie leidet unter der Trennung von Erno, dem Vater ihres Sohnes Olaf, dessen Erziehung ihr zu entgleiten droht. Sich der Herausforderung stellend, die Penthesilea zu spielen, verfällt sie dieser Rolle so sehr, dass sie die Grenzen zur Realität nicht mehr wahrnimmt.
LESEPROBE:
War es wirklich so, oder kam es ihr nur so vor: Olaf hatte seine Widerborstigkeit aufgegeben.
Sie hatte dem Kind schließlich gesagt, dass sein Vater ausgezogen sei, sie verlassen habe; wahrscheinlich, hatte sie nach einiger Überlegung hinzugefügt, liebt er eine andere Frau. Aber es war seltsam, Zoe selbst glaubte an diese Möglichkeit, die doch um so wahrscheinlicher wurde, je länger Erno ausblieb, nicht. Sie hielt das Bild fest, das auch Olaf bezeugen konnte: der sein Auto besteigende Erno, im Begriff, für länger zu verreisen.
Das veränderte Verhalten Olafs fiel Zoe zum ersten Male auf, als jener Gerno, ihr Schauspielkollege, sie mit seiner Frau eines Nachmittags besuchte. Gernos Frau hatte einen Kuchen gebacken, den Zoe anschneiden sollte. Bevor sie es tat, richtete sie an Olaf eine beiläufige Frage, worauf sie keine Antwort bekam und deshalb zu ihm hinblickte. Olaf hatte einen verzückten Ausdruck im Gesicht. Er blickte unverwandt auf Gerno, obwohl dieser sich selten und, wie es Zoe schien, unverbindlich an ihn wandte. Immer, wenn Gerno das Wort an seine Frau richtete, huschten Olafs Augen zwischen den Gesichtern der Eheleute hin und her, als verfolge er eine spannende Angelegenheit. Als Zoe ihre Frage wiederholte, sah er sie lachend an. Sagte jaja, woraus zu schließen war, dass er nicht zugehört hatte. Dabei rutschte er auf seinem Stuhl umher, sein Mund stand offen, Zähne und Augen blitzten.
Zoe fuhr fort, den Kuchen auf die Teller zu verteilen. Sobald Gerno den seinen in großen Stücken zu essen begann, schob Olaf seinen Teller, von dem er nichts genommen hatte, zu Gerno hin und fragte, ob dieser Olafs Kuchen haben wollte, er sei nämlich noch vom Mittag her satt.
Das ist ein guter Kuchen, sagte Gerno, mit einer tiefen schwingenden Stimme. Als ihn Olaf darauf mit strahlenden Augen anblickte, nahm Gerno die Gabel, trennte ein Stück von dem Kuchen ab und hielt es Olaf vor, der jetzt ohne zu zögern,

GENRE
Liebesromane
ERSCHIENEN
2013
7. September
SPRACHE
DE
Deutsch
UMFANG
184
Seiten
VERLAG
EDITION digital
GRÖSSE
846.4
 kB

Mehr Bücher von Wolfgang Licht & Ernst Franta