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Beschreibung des Verlags

Die Forschungsliteratur spricht immer wieder von Parzivâls Schuld, der unterlassenen Frage bei dem ersten Besuch auf der Gralsburg, die auf eine bestimmte Weise auch die Schuld Gurnemanz ist, der dem jungen Ritter jenen Rat gegeben hat, nicht zu viel zu fragen. Obgleich nach den 14 Tagen auf Grâharz Parzivâl 'ritters site und ritters mâl / sîn lîp mit zühten fuorte',1 ist er zwar die kindliche Einfalt los2, jedoch nimmt er die Unterweisungen 'in derselben positiven Hörigkeit entgegen, wie er seinerzeit Herzeloydes Räte empfangen und in seliger und unseliger tumpheit realisiert hat',3 und wird dadurch Fehler begehen. Doch nicht jeder Rat Gurnemanz' und auch nicht die wortwörtliche Befolgung durch Parzivâl führt zwangsläufig zum Misserfolg und zur Katastrophe. Keineswegs würde ich die Gurnemanzschen Lehren mit den Worten von Wolfgang Mohr als 'unzureichende, nur höfische Erziehung' bezeichnen.4 Ebenso wenig stimme ich Wolfgang Spiewok zu, der meint, Gurnemanz vermittelt seine Lehren aus egoistischen Motiven heraus und diese seien nur auf Äußerlichkeit orientiert und gefährden Parzivâl.5 Das herauszustellen, soll das Ziel der vorliegenden Arbeit sein. Ich möchte in meiner Betrachtung auf die Ratschläge des Fürsten Gurnemanz zur ritterlichen Verhaltensweise im Einzelnen eingehen und zeigen wie Parzivâl sie auf seinem weiteren Weg befolgt und mit welchem Erfolg. Zuerst werde ich kurz die Person Gurnemanz charakterisieren und seine Stellung zu Parzivâl. Danach werde ich die einzelnen Lehren betrachten, die ich in drei Gruppen untergliedert habe: In die Lehren, die Gurnemanz nicht konkret ausspricht, sondern nur mit seinem Handeln vermittelt, dann in die theoretischen Lehren, die das ritterliche Benehmen am Hof darstellen und die praktischen Lehren, die Parzivâl in die ritterliche Kampfkunst einweisen. Für jede Unterweisung versuche ich nah a m Text ihre Folgen für Parzivâls weiterem Lebensweg herauszustellen. Zum Schluss werde ich meine Ergebnisse mit einem Blick in die Sekundärliteratur zusammenfassen. 1 Eschenbach: 179, 14f. 2 '[S]ît er tumpheit âne wart' (Ebd. 179,23). 3 Haas: S. 85. 4 Mohr: Wolfram von Eschenbach Aufsätze: S. 16. 5 Vgl. Spiewok: S. 172.

GENRE
Gewerbe und Technik
ERSCHIENEN
2003
28. Juli
SPRACHE
DE
Deutsch
UMFANG
21
Seiten
VERLAG
GRIN Verlag
GRÖSSE
119.6
 kB

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