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Beschreibung des Verlags

Nachdem das Osmanische Reich bereits in den Anfängen des 17. Jahrhunderts viel von seiner außenpolitischen Macht hatte einbüßen müssen, brachen am 31. März 1683 die ersten militärischen Truppen von Istanbul gen Westen auf, um in einem weiteren Versuch die verlorenen Provinzen auf dem Europäischen Kontinent zurückzuerobern. Dabei stand die Einnahme des „goldenen Apfels“, wie Wien zur damaligen Zeit von den Osmanen genannt wurde3, im Zentrum der Aktion.

Im Rücken hatten sie auch die Unterstützung des französischen Königs Ludwig XIV., der in diesem Bündnis einen Weg suchte, die Macht der Habsburger zu schwächen. Am 14. Juli erreichte das Osmanische Heer, welches mit seinen Verbündeten der Balkan-Provinzen etwa 300.000 Mann zählte, Wien. Der Kaiser hatte bereits eine Woche vorher panikartig mit seinem Hofstaat die Stadt verlassen und die Verteidigung in die Hände des Grafen Ernst Rüdiger Starhemberg gegeben. Bereits am 16. Juli war Wien von allen Seiten eingeschlossen und die Osmanen näherten sich der Burg in Laufgräben. Vom 25. Juli an begann sich die Situation mit der Zündung der ersten Minen durch die Angreifer zuzuspitzen. In den folgenden Wochen versuchten die Belagerten, das erhoffte Entsatzheer durch das Zünden von Signalraketen auf die fortwährend kritischere Lage aufmerksam zu machen. Am 4. September gelang es den Osmanen nach der erfolgreichen Verminung des Burggrabens, durch eine Sprengung größeren Ausmaßes, beinahe die Festung Wiens zu Fall zu bringen. Auch in den darauf folgenden Tagen schafften es die Belagerten nicht, die Situation wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Lebensmittel wurden zunehmend knapper und durch die hohe Anzahl der Leichen der Gefallenen, die nicht außerhalb beerdigt werden konnten, begannen sich Seuchen auszubreiten.

Bereits wenige Tage darauf, am 7. September versammelte sich allerdings das stehende Entsatzheer in Tulln und begann einen Tag darauf mit dem Marsch Richtung Wien. Die Soldaten des Heeres setzten sich unter anderem aus den Truppen des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel, des fränkischen und schwäbischen Kreises unter Kommando von Graf Georg Friedrich von Waldeck, Einheiten aus Sachsen und Braunschweig-Lüneburg und den Truppen des polnischen Königs Johann III. Sobieski, zusammen. Letzterer erhielt vom Kaiser, der selbst nicht an der Schlacht teilnahm, den Oberbefehl über das Entsatzheer, wobei trotzdem jede Einheit von ihrem regionalen Truppenkommandeur befehligt wurde. Während die Truppen Richtung Wien marschierten, verfügte die Stadt selbst nur noch über 4.000 verteidigungsfähige Männer und stand kurz vor der Niederlage. Die Entscheidungsschlacht begann schließlich am Morgen des 12.September 1683, nachdem die Entsatzmächte sich über den ungedeckten Wienerwald der Stadt genähert hatten. Bereits um fünf Uhr nachmittags schafften es die kaiserlichen Soldaten in das türkische Lager einzudringen und kurze Zeit darauf traten der Großwesir und zahlreiche Leute seines Gefolges die Flucht an. Damit war die Entsatzschlacht entschieden und die Belagerung Wiens beendet. Am 14. September fand der gefeierte Einzug Kaiser Leopolds in Wien statt. Die Truppenführer des osmanischen Heeres, welche das Feld frühzeitig verlassen hatten, wurden durch Befehl Kara Mustafas bereits wenige Tage später hingerichtet. Am Weihnachtstag des Jahres 1683 erreichte ihn selbst in Belgrad der seidene Faden des Sultans und kurz darauf die Hinrichtung durch dessen Henker.4

GENRE
Geschichte
ERSCHIENEN
2012
15. Oktober
SPRACHE
DE
Deutsch
UMFANG
18
Seiten
VERLAG
GRIN Verlag
GRÖSSE
115.7
 kB

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