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Beschreibung des Verlags

Robert Sperling, der Ich-Erzähler des monumentalen Entwicklungsromans, ist kein Held. Doch er versteht sich darauf, auch noch den misslichsten Lebenslagen etwas Gutes abzugewinnen. Schon sehr früh hat er die Bekanntschaft mit Höhen und Tiefen des Lebens gemacht. Er erfährt sie nun mit dramatischer Wucht im mittleren der fünf Bände, dem Dreh- und Angelpunkt des ganzen Werks. Die Einheirat in ein bedeutendes Familienunternehmen verhilft ihm zum gesellschaftlichen Aufstieg an der Seite einer schönen und vermögenden Frau. Sperling beweist seine Befähigungen und erfährt den diskreten Charme des Geldes. Schon in Kürze soll er mit seiner Frau den florierenden Betrieb übernehmen. Er ist glücklicher Vater zweier Kinder und glaubt sich am Ziel seiner Wünsche. Doch das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Nicht zufällig ist er an eine Trinkerin geraten. Dem Höhenflug folgt ein Leidensweg mit beträchtlicher Fallhöhe. Es kommt zum Zusammenbruch der Ehe, gipfelnd in einem skandalösen Prozess, in dem Sperling um das Wohl der Kinder und um sein Ansehen kämpft. Notgedrungen kehrt er in den Lehrberuf zurück und lernt dort Gitte kennen, die ihm den Rücken stärkt.- Die fünf Bände umfassen die Zeit von 1940 bis 2007. Sie sind chronologisch aufgebaut, leben jedoch von der Verschränkung unterschiedlicher Ebenen der Zeit. Im Horizont der Erzählzeit reflektiert das schreibende Ich selbstkritisch das eigene Wort-&-Satz-Unternehmen, wodurch der Leser Zeuge eines aufschlussreichen Schreibprozesses wird. Dieser verdichtet sich zu einem breiten Strom der Erinnerung und des aktuellen Geschehens. Zwei zusätzliche Techniken strukturieren den Erzählfluss, das Individuelle zur Totalität der Welt erweiternd: Zum einen wird der Blick des Lesers auf das Zeitgeschehen gelenkt sowie auf historische Ereignisse oder auf neueste kosmische Sensationen. Zum anderen dienen die Karl-Gespräche der kritischen Auslotung unterschiedlicher Erfahrungsräume – flapsig ausufernde Dialoge über Gott und die Welt, die den Leser unvermeidlich in eine Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen der menschlichen Existenz und des eigenen Lebens führen. Das Ehedrama erweitert sich auf diese Weise zu einer globalen Kapitalismuskritik am Beispiel Chinas. Im Horizont der Erzählzeit betrachten diese Diskurse die erzählte Zeit im Spiegel eines abgeklärten Ich. Sie verkörpern in Karl das Alter Ego des Protagonisten, der Gefahr läuft, seinen Gefühlen und einem feinsinnigen Ästhetizismus zu erliegen. Karl als Repräsentant der Moral, kritischer Rationalität und eines geordneten Lebens. So wird von der ersten Seite an das biografisch-faktische Interesse nach und nach ausgeweitet zu einem vielschichtigen Kosmos des Verstehens und Erlebens. Das Motiv der Selbstbehauptung gegen alle Widrigkeiten des Lebens durchzieht das ganze Werk, sodass Sperling für Leser jeden Alters zu einem tauglichen Identifikationsobjekt wird. Der Ich-Erzähler schreibt aus der Sicht eines staunenden Betrachters des kuriosen Welttheaters, ebenso distanziert wie fasziniert, nicht selten auch respektlos-scharfzüngig, doch stets mit Humor und ohne tragisches Pathos. Insofern ist Sperlings groß angelegte Geschichte ein Zeugnis skeptischer Lebensbejahung und gelebter Toleranz. Zweifellos ein großartiges Werk der deutschen Gegenwartsliteratur, spannend bis zur letzten Seite - ein Genuss für anspruchsvolle Leser beiderlei Geschlechts, interessiert an kreativer Sprachgestaltung, Psychologie, Kunst, Geschichte und Astronomie.

GENRE
Belletristik und Literatur
ERSCHIENEN
2016
19. Mai
SPRACHE
DE
Deutsch
UMFANG
927
Seiten
VERLAG
Neobooks
GRÖSSE
1.4
 MB

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