Die Hermaphroditen
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- Erwartet am 8. Sept. 2026
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Beschreibung des Verlags
Als Michel Foucault sein bahnbrechendes Unternehmen einer Geschichte der Sexualität zum ersten Mal vorstellte, kündigte er an, dass ein Band den Hermaphroditen gewidmet sein sollte. Mit der Neuausrichtung seiner Forschung auf die Antike gab er das Vorhaben jedoch auf. In seinem Nachlass findet sich allerdings ein faszinierendes Manuskript, das den Auftakt zu dieser Geschichte der Sexualität hätte bilden können – ein Text, der bis heute im Zeichen der politischen Kämpfe um Gender und Trans nichts von seiner Sprengkraft verloren hat. Anhand von Gerichtsprozessen, die zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert stattfanden, beleuchtet Foucault den Übergang von einem Rechtssystem, das ein Geschlecht aufgrund einer Entscheidung zuwies, zu einem System, das davon ausging, dass jedes Individuum ein einziges wahres Geschlecht hat, welches von der Medizin bestimmt wird. Foucault arbeitet historisch auf diese Weise die entscheidende theoretische Unterscheidung zwischen anatomischem Geschlecht und Sexualität heraus. Das Vorwort von Arianna Sforzini stellt dieses einzigartige Manuskript in den Werkkontext, während das Nachwort von Éric Fassin seine Aktualität hervorhebt und die von Foucault nachgezeichneten Beziehungen zwischen Sexualität, Geschlecht und Gender analysiert.