Und sie werden nicht vergessen sein
Roman
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- 6,99 €
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Beschreibung des Verlags
Amarna, die deutsche Archäologin, und Arman, der armenische Bildhauer - ein wahrhaft unvergessliches Liebespaar: Im London des Jahres 1938 gelten sie als glamouröses Traumpaar, doch ein tiefer Schatten liegt auf ihrer Liebe. Arman hat durch den Genozid an seinem Volk 1915 seine ganze Familie verloren. Wie eine unsichtbare Mauer steht dieses Grauen zwischen den beiden und wächst von Tag zu Tag. Dann bricht der Krieg aus, und Arman meldet sich freiwillig zur Royal Air Force. Am Fuß des Ararat, in den mythischen Ruinen, die die Wiege der armenischen Kultur bergen, wird sich die Kraft ihrer Liebe beweisen müssen.
Kundenrezensionen
Großartig, berührend, sprachgewaltig
"Und sie werden nicht vergessen sein" von Carmen Lobato ist der zweite Band über den Armenischen Bildhauer Arman und die Altorientalistin Amarna.
Um möglichen Missverständnissen gleich vorzubeugen:
Dies ist ein Liebesroman, und zwar ein großartiger, ein berührender, ein sprachgewaltiger; niemals überdosiert und zu keiner Zeit flach. Ein Roman, der aufrüttelt, der zeigt, wozu Liebe fähig sein kann. Die Geschichte ist bis ins kleinste Detail durchdacht, schon allein die Bedeutung einiger Eigennamen ließ mich still werden. Jeder einzelne Charakter, egal ob sympathisch oder nicht, ist so wunderbar gestaltet und ausgereift, dass ich mir schnell ein Bild von den meisten Figuren machen konnte und das Gefühl hatte, sie alle zu kennen. Ich war eine Zeit lang Nachbarin von Doris, den Artsruni's und all den anderen, habe mit ihnen Pimm's getrunken und mich dabei ertappt, wie ich beim Essen kochen darüber nachdachte, was ich vielleicht womit ersetzen könnte. Ich habe die Beklemmung der Enge des Bunkers gespürt. Den Dezembertag 41, als die Bomben fielen, vergesse ich nicht.
Zu Beginn lernen wir die jüdischen Künstlerin Eva und den deutschen Schauspieler Martin kennen, mit ihrer gemeinsame Tochter Chaja. Ihr Leben könnte beinah perfekt sein, wäre da nicht der "Makel der jüdischen Abstammung" bei Eva und somit auch bei Chaja. Was Eva durchleben und überstehen, verkraften und verarbeiten muss, vermag man sich kaum vorzustellen.
In Arman und Amarna's Beziehung läuft längst nicht alles so glatt, wie es nach außen den Anschein hat. Arman stammt aus Armenien, sein Volk wurde 1915 fast vollständig vernichtet, er verlor seine Familie, wurde entwurzelt. An diesem Trauma droht ihre Liebe zu zerbrechen.
Nicht nur, dass die Welt darüber hinweg zu sehen scheint, Deutschland beginnt, die Juden auszurotten, der 2. Weltkrieg bricht aus. Wie kann man da erwarten, dass jemand wie Arman tatenlos zu sieht? Er meldet sich freiwillig zur Royal Air Force. Amarna indes bringt das zur Verzweiflung. Sie ist getrieben von der Angst, ihn zu verlieren, auf welche Weise auch immer. Sie möchte jeden nur denkbaren Schmerz von ihm fern halten, ihn in Watte packen, beschützen und sie würde ihm so gerne ein Kind schenken, damit er wieder Wurzeln schlagen kann.
Für mich war übrigens die Kenntnis des ersten Bandes "Die Stadt der schweigenden Berge" unbedingt hilfreich, um die Verzweiflung und Dramatik sowohl bei Arman's innerem Kampf als auch in seiner Beziehung mit Amarna besser zu verstehen und einzuordnen.
Sehr beeindruckt haben mich Paul und Wilma, deren Menschlichkeit und Zivilcourage sich am Ende erneut in seiner wahren Dimension offenbart. Ihr beherztes Handeln ermöglicht es erst, dass die beiden Handlungen von Berlin und London am Ararat letztlich zusammengeführt werden und dort überraschende Wahrheiten ans Licht kommen.
Carmen Lobato hat ein bemerkenswertes Gespür dafür, perfekt dosierten Erzählungen aus unserer Vergangenheit ein unglaubliches Maß an Aktualität mitzugeben. In den dunkelsten Jahren Europäische Geschichte hat es nur die Liebe vermocht, den Menschen Mut zum Leben und Überleben zu geben. Die Liebe zur Menschlichkeit hat Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt und Flüchtlingen Heimat gegeben.
Und genau deshalb zelebriert dieser Roman die Liebe und deshalb ist er gerade heute nicht nur goldrichtig sondern auch überaus wichtig.
Als "grausam schön" hat eine Lesefreundin das Buch beschrieben und sie hat damit so recht, dass ich dem kaum mehr hinzufügen möchte, nur die dringende Empfehlung, sich dieses Buch unbedingt zu kaufen und selber zu lesen.