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Descripción de la editorial

Mit der Hauptüberschrift zu Punkt 2 ist die darüber stehende Frage schon beantwortet. Gefühle entstehen aus Emotionen. Damasio zieht eine Trennlinie zwischen diesen beiden im alltäglichen Leben meist synonym gebrauchten Termini: „Die Emotionen treten auf der Bühne des Körpers auf, die Gefühle auf der Bühne des Geistes“. Emotionen sind sichtbar für Außenstehende; Gefühle bleiben verborgen, sie sind Vorstellungen im Gehirn. Es stellt sich die berühmte Frage nach Huhn oder Ei: Was war zuerst da? Gefühle oder Emotionen? „Die Antwort ist ganz einfach: Zuerst sind da die Emotionen und dann die Gefühle, weil die Evolution zuerst die Emotionen und dann die Gefühle hervorgebracht hat“. An dieser Stelle bricht Damasio zum ersten Mal mit einer standardgemäß vorherrschenden Volksmeinung, nämlich der, dass ein im Geist oder in der Seele entstehendes Gefühl durch die entsprechende Emotion nach außen gelangt. Vielmehr sind es die mehr oder weniger instinktiven Emotionen, die den Gefühlen zugrunde liegen und vorausgehen. Will man also den Gefühlen auf die Schliche kommen, muss man zunächst die Emotionen verstehen.

„Emotionen bestehen aus einfachen Reaktionen, die auf simple Art und Weise für das Überleben eines Organismus sorgen und sich daher in der Evolution leicht durchsetzen konnten“. Wie andere regulative Einrichtungen und Prozesse des Körpers sind demnach auch die Emotionen für das einfache Überleben dienlich. Grundlegende Herausforderungen des Lebens an den Körper wie die Abwehr von Krankheiten oder die Aufnahme und Verwertung von Energie werden automatisch – ohne dass sie uns bewusst werden oder von Denkprozessen abhängen – gesteuert. „Die Gesamtheit dieser Steuerungen und das gesteuerte Leben, das dadurch entsteht, lässt sich in einem einzigen Begriff zusammenfassen: Homöostase“. Damasio ordnet die verschiedenen homöostatischen Mechanismen verschachtelt in verschiedenen Ebenen an, vergleichbar mit einem Baum, der sich vom einfachen Stamm und einigen niederen dicken Ästen bis zu komplizierten kleinen Verästelungen im Wipfel erstreckt. So finden sich an der Basis der menschlichen Homöostase grundlegende Prozesse wie der Stoffwechsel, das Immunsystem und Grundreflexe, auf den nächsthöheren Ebenen liegen Lust- und Schmerzverhalten (bei reibungslosem bzw. gestörtem Ablauf der Körperfunktionen) sowie Triebe und Motivationen (zum Beispiel Hunger, Durst oder Sexualität). Alle Reaktionen der verschiedenen Ebenen dienen der Steuerung des menschlichen Lebensprozesses und der Steigerung des Wohlbefindens. Das Wohlbefinden ist ein Privileg der denkenden und fühlenden Menschen – unser Körper strebt nicht nur nach bloßem Überleben, sondern gar nach einem lustvollen Überleben, einem wohlbefindlichen Leben. Und so stehen (fast) an der Spitze der homöostatischen Mechanismen die eigentlichen Emotionen: „das Kronjuwel der automatischen Steuerung von Lebensprozessen“.

GÉNERO
Salud, mente y cuerpo
PUBLICADO
2012
16 octubre
IDIOMA
DE
Alemán
EXTENSIÓN
18
Páginas
EDITORIAL
GRIN Verlag
TAMAÑO
125
Kb