Caligula
Eine Biographie
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- 11,99 €
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Description de l’éditeur
Der Kaiser Caligula (37–41n.Chr.) gilt als Musterfall des römischen Cäsarenwahnsinns: Er trieb Inzest mit seinen Schwestern, wollte sein Pferd zum Konsul machen und plante, seinen Herrschaftssitz von Rom nach Alexandria zu verlegen. Er verfolgte die römischen Senatoren grausam und ohne Anlaß, ja er wollte schließlich als Gott von ihnen verehrt werden. So behaupten es zumindest die antiken Quellen. Ihr denunziatorischer, von nachweisbaren Falschaussagen geprägter Charakter ist zwar längst erkannt, ihrer Suggestion war jedoch auch die moderne Forschung immer wieder erlegen.
Der Autor beschreibt das kurze, ereignisreiche Leben dieses Kaisers in neuer Deutung. Die Herrschaft Caligulas, so wird gezeigt, war durch eine dramatische Konfliktgeschichte geprägt, in deren Verlauf senatorische Verschwörungen und die kaiserlichen Reaktionen darauf die Ereignisse eskalieren ließen. Der junge Kaiser nutzte mit zynischer Konsequenz den Opportunismus und die Auflösungserscheinungen der alten Oberschicht zur Durchsetzung einer offenen Alleinherrschaft und setzte die senatorische Gesellschaft nie zuvor erlebten traumatischen Erfahrungen von Angst, Machtlosigkeit und Selbstzerstörung aus.
Nach der Ermordung Caligulas durch eine Palastverschwörung verarbeiteten die Vertreter der gedemütigten Aristokratie mit «frischem Haß» (Tacitus) das Erlebte. Die Konstruktion eines «wahnsinnigen» Kaisers eignete sich zu dessen nachträglicher Entwertung ebenso wie zur Rechtfertigung der eigenen Beteiligung an dem, was vorgefallen war.
PUBLISHERS WEEKLY
In this lively biography of Rome's infamous third emperor, readers will not find the wild-eyed dictator the public has, for nearly two millennia, come to expect. Offering not an apology for the "mad" emperor but a thoughtful argument for his sanity, Winterling, ancient history professor at the University of Basel, Switzerland (Aula Caesaris), debunks Caligula's most grotesque and oft repeated crimes. Accounts of his incestuous relationship with his sisters and his creation of a brothel on palace grounds (with senators' wives as prostitutes) were slander by biased historical sources such as Suetonius. Caligula's supposed plan to appoint his favorite race horse as consul (the highest ranking position below emperor) and his claim to be in direct contact with various gods, says Winterling, were cruel jokes misinterpreted over time. The emperor's crossing of the Bay of Baiae on a bridge of ships was not an expensive folly but an unprecedented display of power to the Germanic tribes he was targeting. Like a police interrogator, Winterling plays his ancient sources off each other, identifying holes in their accounts, "blatant contradictions," and conflicts of interest. In this brisk and well-measured biography, Caligula emerges a troubled and cruel man, but not a crazy one. Photos.