Der Sandmann
Eine unheimliche Briefnovelle über Wahn, Wirklichkeit, das geraubte Auge und die Automatenfrau Olimpia
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- £1.99
Publisher Description
E. T. A. Hoffmanns "Der Sandmann" verbindet Schauererzählung, romantische Fantastik und psychologische Novelle zu einer kunstvoll verstörenden Untersuchung von Wahrnehmung, Erinnerung und Identität. Der Student Nathanael wird durch die traumatische Kindheitsgestalt des Sandmanns verfolgt, die sich in der Figur des Advokaten Coppelius und später des Wetterglashändlers Coppola zu materialisieren scheint. Seine Liebe zur künstlich erschaffenen Olimpia, deren scheinbare Empfindsamkeit seine Verunsicherung steigert, führt ihn zunehmend in einen Zustand zwischen Realität und Wahn. Hoffmanns Wechsel zwischen Briefen und erzählerischer Distanz, verbunden mit Ironie, grotesken Motiven und unzuverlässiger Wahrnehmung, macht die Erzählung zu einem Schlüsseltext der Schwarzen Romantik und zu einer frühen literarischen Reflexion über das Unheimliche. Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, der sich aus Verehrung für Mozart "Amadeus" nannte, wirkte als Jurist, Komponist, Zeichner und Schriftsteller. Seine Erfahrungen mit bürokratischen Institutionen, der Musik, dem Theater und den geistigen Spannungen der restaurativen Epoche prägten eine Poetik, in der nüchterne Alltagswelt und fantastische Abgründe unauflöslich ineinandergreifen. "Der Sandmann", 1816 in den "Nachtstücken" veröffentlicht, verkörpert diese Mehrdeutigkeit exemplarisch. Die Erzählung empfiehlt sich allen Lesern, die sich für Romantik, Psychoanalyse und die literarische Darstellung des Unheimlichen interessieren. Ihre symbolische Dichte und offene Deutbarkeit laden dazu ein, Nathanaels Schicksal zugleich als übernatürliches Geschehen und als Zerfall einer bedrohten Psyche zu lesen.