"Glut"
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"Glut"
Nebliger Wald
Das Erwachen
Unter dem Baldachin geflüsterter Träume,
Wo Nebel sich mit tiefen Schatten verflechtet,
Ein wandernder Dichter erwacht aus dem Schlaf,
In Gedanken verloren, in unsichtbaren Ländern.
Erste Schritte zögerlich, unsicher auf dem Boden,
Jedes Blatt ein Geheimnis, jeder Atemzug ein Seufzer,
Augen suchen nach dem Morgenhimmel,
Doch der Nebel bewacht alles, kein Weg ist zu finden.
Die Bäume, hohe Wächter des Geistes,
Behalte ihren Rat, sprich mit rauschenden Tönen,
Äste biegen sich wie brüchige Knochen,
Als wüssten sie, was der Dichter finden möchte.
Flüstern im Wind
In diesem Wald gedämpfter Farben,
Wo Licht und Dunkelheit sich verflechten,
Der Dichter hört einen fernen Reim,
Eine Stimme drang durch den Tau.
"Wer bin ich?", fragt der Dichter.
Doch der Nebel gibt keine Antwort,
Nur das Echo eines Seufzers,
Und die stillen Blicke gesichtsloser Masken.
Doch die Stimme bleibt, ein sanftes Summen,
Von nirgendwo und überall fließt es,
Eine Melodie, die sanft wächst,
Den Dichter dorthin führen, wo er herkommt.
Die erste Begegnung
Durch den Nebel erscheint ein Schatten,
Eine in Grautöne gehüllte Gestalt,
Weder Nacht noch voller Tag,
Ein Wanderer, der keine Angst kennt.
"Wer bist du?", spricht der Dichter,
Aber der Schatten lächelt nur und verschwindet,
Den Pfad der Schatten hinter sich lassend,
Wo Stille und Geheimnisse sanft entweichen.
Fundbüro
Der Wald verschließt seinen nebligen Griff,
Den Dichter in Zweifel und Furcht hüllen,
Gedanken wie verworrene Netze werden ausgebreitet,
Gefangen in der Falle der Vergangenheit.
Doch in der Stille findet der Dichter:
Ein Flackern von Licht, ein Funke aus Glut,
Schwach, aber stetig, durchdringt die Dunkelheit,
Ein Leitfaden für verlorene und umherschweifende Geister.
Mit neuer Kraft bewegt sich der Dichter,
Durch verschlungene Pfade aus Wurzeln und Steinen,
Auf der Suche nach dem Ort, wo sie hingehören,
Wo Klarheit und Zielstrebigkeit verschmelzen.
Wüste der Echos
Die Klage des Windes
Der Griff des Waldes beginnt zu schwinden,
Wenn Sand die Waldfinsternis ersetzt,
Eine weite Fläche, ein stilles Grab,
Wo Echos von Liebe und Schmerz singen.
Die Schritte des Dichters hinterlassen keine Spuren,
Auf Wanderdünen aus endlosem Gold,
Der Wind, brennend und kalt zugleich,
Überträgt im Weltraum verlorenes Flüstern.
Stimmen aus fernen Jahren schweben,
Fragmente der Freude, der unsagbaren Trauer,
Erzählte Geschichten, jetzt spröde und alt,
Getragen von einer Brise vergessener Tränen.
Fata Morgana der Erinnerungen
Der Geist des Dichters ist eine Fata Morgana,
Schimmernd unter der Wüstensonne,
Bilder flackern, dann verschwinden sie,
Dem Zugriff entgehen, der Anklage entgehen.
Ein Lachen, eine Berührung, ein flüchtiges Gesicht,
Momente verloren in der Umarmung der Zeit,
Jeder ein Phantom, eine eindringliche Gnade,
Ohne eine einzige Spur zu hinterlassen.
"Erinnerst du dich?", fragt die Wüste,
Aber der Dichter kann nur den Kopf neigen,
Denn die Erinnerungen sind schwach, halb tot,
Verloren im Sand, durch Risse rutschend.
Die Echoes-Antwort
Im Herzen der Wüste herrscht Stille,
Eine schwere Stille, dicht und voll,
Der Wind spielt keine Rolle mehr,
Das Echo verstummte, als klangen die Hallen leer.
Dann eine Stimme, weder nah noch fern,
Spricht die Worte, die der Dichter sucht,
Eine alte Sprache, eine einzigartige Stimme,
Als würde es von einem fernen Stern gesungen.
„Deine Vergangenheit ist keine Kette, die dich fesselt,
Aber ein Schatten, der sanft verblasst,
Umarme das Licht, lass die Schatten los,
Und du wirst dein wahres Ich finden."
Der Wanderer kehrt zurück
Der Sandsturm erhebt sich, wild und wild,
Verschwommene Sicht, verwirrender Geist,
Doch im Sturm findet der Dichter:
Das Lächeln des Wanderers, ruhig und milde.
„Warum verweilen Sie an diesem Ort?“
Der Wanderer fragt mit sanften Augen,
„Deine Reise ruft, der Horizont liegt,
Jenseits der kargen Oberfläche dieser Wüste."
Der Dichter nickt, der Sturm legt sich,
Der Weg vor uns, ein ferner Schimmer,
Ein Leuchtfeuer ruft, wie ein Traum,
Den Dichter durch den Wandel der Zeit führen.