Kleider machen Leute
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Publisher Description
Ein armer Schneidergeselle, ein eleganter Mantel und ein folgenschweres Missverständnis.
Wenzel Strapinski ist mittellos und auf der Suche nach Arbeit, als er in die kleine Stadt Goldach gelangt. Wegen seiner vornehmen Kleidung und seines zurückhaltenden Auftretens halten ihn die Einwohner irrtümlich für einen polnischen Grafen. Statt den Irrtum aufzuklären, lässt sich Wenzel immer tiefer in eine Rolle hineinziehen, die ihm Anerkennung, Wohlstand und schließlich sogar die Liebe der jungen Nettchen verschafft.
Doch eine Identität, die auf einem Missverständnis beruht, kann nicht ewig bestehen. Als die Wahrheit ans Licht kommt, muss Wenzel sich der Frage stellen, was einen Menschen wirklich ausmacht: seine Herkunft, sein gesellschaftlicher Rang – oder sein Charakter?
Mit feiner Ironie, psychologischem Gespür und scharfer Beobachtung der bürgerlichen Gesellschaft erzählt Gottfried Keller eine der bekanntesten Novellen der deutschsprachigen Literatur. Kleider machen Leute ist zugleich eine humorvolle Verwechslungsgeschichte und eine zeitlose Satire über äußeren Schein, soziale Vorurteile, Aufstieg und menschliche Würde.
Gottfried Keller (1819–1890) war ein Schweizer Schriftsteller, Dichter und Politiker und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des poetischen Realismus. Geboren in Zürich, widmete er sich zunächst der Malerei, bevor er sich zunehmend der Literatur zuwandte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Bildungsroman Der grüne Heinrich sowie die Novellensammlungen Die Leute von Seldwyla und Züricher Novellen. Kellers Werke verbinden realistische Gesellschaftsbeobachtung mit Humor, Ironie und psychologischer Tiefe. Kleider machen Leute erschien erstmals 1874 im zweiten Band der Leute von Seldwyla.