Das Selbst
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Publisher Description
Es gibt Begriffe, die uns begleiten, lange bevor wir beginnen, über sie nachzudenken. „Das Selbst“ gehört zu diesen stillen, allgegenwärtigen Konzepten: eine Hintergrundmelodie unseres Lebens, kaum hörbar – und doch ständig wirksam. Jeder Mensch benutzt das Wort, doch kaum jemand kann es definieren. Wir fühlen ein Selbst, wir verlieren es, wir verteidigen es, wir suchen es. Manche halten es für eine Illusion, andere für den innersten Kern dessen, was uns menschlich macht.
In einer Zeit, in der Identität zu einer Art Projekt geworden ist, wirkt die Frage nach dem Selbst zugleich banal und überfällig. Wir leben in einer Kultur der Profile, der Rollen, der Selbstbeschreibungen. Wir sollen „uns selbst finden“, „wir selbst sein“, „an uns arbeiten“ – und übersehen dabei, dass all diese Aufforderungen voraussetzen, was eben erst untersucht werden müsste: Was ist dieses „Selbst“, das wir optimieren, schützen oder ausstellen?
Philosophie und Psychologie haben in den letzten zweieinhalbtausend Jahren sehr unterschiedliche Antworten gegeben. Mal erscheint das Selbst als unsterbliche Seele, mal als flüchtige Konstruktion, mal als neuronales Muster, das sich selbst beobachtet. Manche Traditionen leugnen seine Existenz, andere erklären es zum höchsten Prinzip. Zwischen diesen Extremen bewegt sich unser moderner Alltag, meist ohne sich darüber im Klaren zu sein.