Offene Risse
Descrição da editora
Offene Risse
Am Rande der Zeit
Nachmittagsstille
Das Licht auf den alten Möbeln erlischt.
Der Staub tanzt langsam in den durchscheinenden Strahlen.
Ich betrachte meine Hände, die leer von Gesten geworden sind.
Und ich suche nach dem vertrauten Echo einer Stimme, die verschwunden ist.
Zeit ist kein Weg mehr vorwärts.
wurde zu einem stehenden See, der die Mängel widerspiegelt.
Die Stunden vergehen, ohne dass nach Erklärungen gefragt wird.
Es blieb nur der schwere Stempel der Abwesenheit zurück.
Die Dinge um uns herum behalten ihre Form.
der Tisch, der Stuhl, der verblichene Teppich,
Doch der Sinn, der sie am Leben erhalten hatte, war erschöpft.
Und nur die harte Materie blieb zurück und blickte mich an.
Am Ende des Tages sammle ich die Nachmittage ein.
Ich zähle die verbleibenden Atemzüge in Stille.
Ich erwarte keine großen Enthüllungen.
Ich lerne gerade erst, in der Leere zu existieren.
Die alte Uhr
Sein Mechanismus wirkt mit trockener Beharrlichkeit.
Momente markieren, die niemandem gehören,
ein Metallpendel, das den Verlust misst
Und es erinnert uns daran, dass alles auch ohne uns weitergeht.
Der Holzrahmen bewahrt den Geruch der Vergangenheit.
eine Mischung aus Wachs, Feuchtigkeit und alter Zeit,
So viele Generationen haben diese Indikatoren mit Besorgnis betrachtet.
bevor sie in die endgültige Stille versanken, die sie erwartete.
Nun ist der Raum frei von Erwartungen.
Das Geräusch des metallischen Klirrens hallt wie Ironie wider.
ein Rhythmus, der einem leeren Leben aufgezwungen wird
ohne am Ende irgendeine Erlösung zu versprechen.
Ich beobachte die Entwicklung der Indikatoren mit Gelassenheit.
Ich habe es nicht mehr eilig, irgendeine Frist einzuhalten.
Die Zeit hat längst all meinen Widerstand gebrochen.
Und ich halte einfach meine stille Niederlage fest.
Geflüster an den Wänden
Die Oberflächen des Hauses speichern Wärme.
der alte Atem und die gedämpften Gespräche,
alles, was vor Jahren zögerlich gesagt wurde
Nun kehren sie als unsichtbare Resonanzen zurück.
Die Feuchtigkeit hinterlässt ihre Spuren im Putz.
wie Landkarten von Ländern, die wir noch nie besucht haben,
Der Zerfall schreitet mit methodischer Präzision voran.
Dadurch wird das bloße Gerippe des Bauwerks sichtbar.
Dieser Prozess ist nicht dramatisch.
Es ist die natürliche Ordnung der Dinge, die zusammenbricht.
Die Mauern trauern nicht um das, was sie beherbergt haben.
Sie bergen einfach den Staub vergangener Tage.
Ich lege meine Handfläche auf die kalte Oberfläche.
Ich spüre die Spuren der Zeit auf meiner Haut.
ein stiller Dialog zwischen mir und dem Haus.
ohne dass irgendjemand eine Antwort von uns erwartet.