DAS DARSTELLENDE ICH
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Publisher Description
Wir leben nicht mehr nur. Wir beobachten uns beim Leben.
Was früher ein flüchtiger Gedanke war – Wie wirke ich auf andere? –, ist für viele Menschen zu einem ständigen Begleiter geworden. Wir wählen Kleidung, Reisen, Meinungen, Beziehungen, Bücher, Musik, Lebensstile und sogar Überzeugungen nicht ausschließlich danach aus, was uns entspricht, sondern auch danach, was sie über uns erzählen.
Der Mensch ist zum Darsteller seiner selbst geworden.
In DAS DARSTELLENDE ICH untersucht Dominik Wörner eine der großen Veränderungen unserer Gegenwart: die zunehmende Verschiebung vom erlebten zum dargestellten Leben. Dabei geht es um weit mehr als Instagram, Influencer und Smartphones. Selbstdarstellung ist so alt wie das menschliche Zusammenleben. Neu sind ihre Allgegenwart, ihre Messbarkeit und die Möglichkeit, aus der eigenen Persönlichkeit eine Marke zu machen.
Mit Gedanken von Erving Goffman, Carl Rogers, Erich Fromm, Søren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche und weiteren Denkern führt das Buch durch die Psychologie und Philosophie unserer Selbstbilder. Es geht um Anerkennung und Status, Konsum und Geschmack, Personal Branding und soziale Medien, Spiritualität und Moral, Rebellion und Erfolg – und um die paradoxe Möglichkeit, dass selbst demonstrative Authentizität nur eine weitere Rolle sein kann.
Denn nicht jeder, der sich unangepasst gibt, ist unabhängig. Nicht jeder, der Natürlichkeit zeigt, ist natürlich. Und nicht jeder, der behauptet, ihm sei die Meinung anderer gleichgültig, hat aufgehört, für ein Publikum zu leben.
Doch wo endet eine notwendige soziale Rolle und wo beginnt Selbstentfremdung? Gibt es überhaupt ein "wahres Ich" hinter all unseren Rollen? Und woran erkennen wir, ob wir etwas wirklich wollen – oder nur die Person sein möchten, die solche Dinge will?
DAS DARSTELLENDE ICH ist keine Abrechnung mit sozialen Medien und kein Ratgeber für vermeintlich "echte" Menschen. Es ist eine philosophisch-psychologische Untersuchung darüber, wie der Blick der anderen in unser Selbst eingezogen ist.
Am Ende bleibt eine einfache Frage:
Was würdest du genauso weiterleben, wenn niemals jemand davon erfahren würde?