Majorin Barbara Majorin Barbara
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Oscar- und Literaturnobelpreisträger Bernard Shaw ist schon lange tot, aber seine Bühnenstücke leben fort. 1909 schrieb der englische Schriftsteller und Journalist Gilbert Keith Chesterton über Majorin Barbara: „Fast jedes Bühnenstück von Shaw ist ein erweitertes Epigramm. Aber das Epigramm wird (wie bei den meisten Menschen der Fall ist) nicht auf hundert Gemeinplätze erweitert. Vielmehr wird das Epigramm auf mehrere Hundert andere Epigramme erweitert. Diese Erweiterung ist in allen Einzelheiten genauso brillant wie im Design. Aber es ist prinzipiell jedoch möglich, das ursprüngliche und zentrale Epigramm zu entdecken, das das Zentrum und den Zweck des Stückes darstellt. Auch unter blendenden Schmuckstücken Millionen Witzen ist es prinzipiell möglich, den schärfsten Spott und den tiefsten Sinn zu entdecken, weshalb das Stück geschrieben wurde.“ Sogar wenn Entdeckungsgeist vorhanden ist, scheitert oft seine Ausführung an der menschlichen Schwäche. Nach dem bekannten Glockenton beginnt der Speichel dem Pawlowschen Hund zu fließen. Wenn wir manche Beurteilungen künstlerischer Leistungen von Bernard Shaw lesen, entsteht oft der Eindruck, dass sein Name bei manchen Chesterton’s Berufskollegen auch eine bedingte Reaktion auslöst. Es wird naiven Leuten reflexartig suggeriert: Irgendwas stimme nicht mit dem Literaturnobelpreisträger und seinen Bühnenstücken. Die Liste ist lang und langweilig. Zur Erinnerung: Majorin Barbara ist wohl eines der wenigen Theaterstücke überhaupt, das fragwürdige Rüstungsgeschäfte im Visier hat, und zwar seit seiner Uraufführung 1905. Folglich beschrieb Bernard Shaw den militärisch-industriellen Komplex 56 Jahre davor, als dieser Begriff durch den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower 1961 eingeführt wurde und eine Popularität erlangte. Trotzdem wiederholte sich immer wieder das gleiche Verhaltensmuster: Fake News greifen Majorin Barbara und Dramatiker Shaw an, weil ihre Verfasser lustlos sind und nicht die Eier haben, um gegen Waffenexporte Stellung zu beziehen. Der Dramatiker kann sich nicht gegen Fake News wehren, weil er 1950 starb. Aber trotz aller Widrigkeiten lassen sich denkende Menschen weder suggerieren noch bevormunden, da sie erkennen, dass Shaw über Probleme schrieb und Fragen stellte, die nach mehr als einem Jahrhundert größtenteils immer noch ungelöst und unbeantwortet sind. Also, wenn der Name Shaw fällt, suchen wir nach den Antworten: Wieso hat sich nicht viel geändert?

GENRE
Fiction & Literature
RELEASED
2021
January 4
LANGUAGE
DE
German
LENGTH
145
Pages
PUBLISHER
Via tolino media
SELLER
Open Publishing GmbH
SIZE
175.1
KB
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