Made in Washington
Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben
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- 12,99 €
Beschreibung des Verlags
Ohne die schützende Hand der USA würde die Welt im Chaos versinken, heißt es oft. Bernd Greiner unterzieht diese These einem Praxistest. Wie sehen die Weltgegenden anschließend aus, in denen Washington seit 1945 eingegriffen hat? Die Bilanz ist ernüchternd. Die Vereinigten Staaten haben die meisten Kriege geführt, sie sind Spitzenreiter beim Sturz missliebiger, auch demokratisch gewählter Regierungen, unzählige Menschen mussten ihr Leben lassen, Gesellschaften wurden traumatisiert und Staaten ruiniert. Es ist an der Zeit, über Konsequenzen zu diskutieren. Denn die globalen Herausforderungen unserer Zeit werden ohne die USA nicht zu bewältigen sein. Aber unter Washingtons Führung erst recht nicht.
Wer Menschenrechte, Freiheit und Demokratie auf Washingtons Art verteidigt, beschädigt diese Werte im Kern. Zu diesem Ergebnis kommt der renommierte Historiker Bernd Greiner in seiner weltumspannenden Analyse amerikanischer Ordnungspolitik seit 1945. Er zeigt, wie sich in den USA der Anspruch ausbildete, als Hüter der internationalen Ordnung aufzutreten. Er zeigt auch, wie die Vorstellung entstand, Stabilität gebe es nur auf der Grundlage amerikanischer Überlegenheit. Und er liefert eine kritische Bilanz der amerikanischen Ordnungspolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. Europa sollte sich im ureigensten Interesse auf seine Kraft besinnen – auf eine Politik, der es nicht um die brachiale Durchsetzung, sondern um den Ausgleich von Interessen geht. Und auf eine Politik ohne Lagerdenken und Überlegenheitsdünkel, ohne Anspruch auf Dominanz und Gefolgschaft. Also jenseits amerikanischer Haltungen, Ansprüche und Praktiken.
Kundenrezensionen
Eine schonungslose Aufklärung über die USA
Bernd Greiner listet in diesem Buch alle von 1945 bis 2021 unternommenen Interventionen der USA auf, seien sie kriegerischer, geheimdienstlicher oder bestechlicher Natur. Er entlarvt damit die Mittel und Wege, wie die USA auf andere Staaten Einfluß nehmen, nur um ihre eigenen, kurzfristigen Interessen durchzusetzen. Dabei scheuen sie weder vor Wahlbeeinflussungen, Bestechung, Unterstützung von zweifelhaften, militärischen Gruppen und auch nicht vor völkerrechtsniedrigen Angriffskriegen zurück. Langfristige Folgen dieses Handelns werden völlig außer acht gelassen. Trotz all dieser Fakten ist die Mehrheit des Westens immer noch davon überzeugt, dass die US-Amerikaner die Guten sind, oder dass sie uns in der Not sogar schützen würden. Immer noch betrachten wir unsere Zusammenarbeit mit den USA als „Wertegemeinschaft“ und „Interessengemeinschaft“. Nach der Lektüre dieses Buches muss man sich eingestehen, dass die USA weder dieselben Werte wie wir haben, noch die gleichen Interessen verfolgen. Ein selbstständigeres Europa und weniger Abhängigkeit von den USA würden uns gut tun und zusätzlich noch den Frieden sichern.
Das Buch ist vorallem allem denjenigen zu empfehlen, die der aktuellen, verbalen Hetzjagd auf Russland in den Massenmedien auf dem Leim gehen. Natürlich ist Russland keine Demokratie, aber als Vorbild für Frieden und Freiheit sind die USA ganz sicher auch nicht geeignet. Das Buch ist ein wohltuender Perspektivwechsel, das in unserer Zeit zu etwas mehr Differenzierung und Ausgeglichenheit beitragen kann. Frieden auf der Welt kann nur miteinander gelingen und nicht gegeneinander, so das Fazit.