Noch ein Bier
48 Jahre eines Lebens in Deutschland
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- 1,99 €
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Beschreibung des Verlags
Am 2. September 1978 kommt der Autor aus Kamerun über Paris nach Freiburg im Breisgau – mit einem einzigen deutschen Wort im Gepäck, der Präposition "für". Von diesem sprachlichen Nullpunkt aus entfaltet der Essay 48 Jahre eines Lebens in Deutschland vor dem Hintergrund deutscher Zeitgeschichte – als Geschichte von Türen: der Grenzbeamte, der "KAMERUN!" ruft, die Vermieterin, die ein freies Zimmer plötzlich nicht mehr frei nennt, der Türsteher vor dem Nachtklub Tiffany, der Beamte im Einbürgerungsamt. Zugleich ist es die Geschichte eines politisch hellwachen Beobachters, der Kanzler, Wahlkämpfe, Friedensbewegung und, in Witzenhausen 1989/90, den Fall der Mauer aus nächster Nähe miterlebt – ohne selbst mitentscheiden zu dürfen. Der Titel spielt mit einer Volte: Der Autor trinkt seit 1976 keinen Alkohol, doch die Frage "Noch ein Bier?" begleitet ihn als deutsche Formel der Zugehörigkeit, der er bis heute auch ohne Alkohol zustimmt. Am Ende kehrt der Essay die übliche Dankbarkeitsfrage um: Nicht was Deutschland dem Zuwanderer gab, sondern was der Zuwanderer Deutschland gegeben hat, wird zum Maßstab. Das Fazit verweigert sich dem Besitzanspruch – "Deutschland gehört mir nicht" – und findet Zugehörigkeit stattdessen in der zurückgelassenen Lebenszeit selbst.