Terrorist oder Freiheitskämpfer?
Eine Ethik des Freiheitskampfes
-
- 1,99 €
-
- 1,99 €
Beschreibung des Verlags
Wann wird aus einem Terroristen ein Freiheitskämpfer – und wann aus einem Freiheitskämpfer ein Staatsmann? Der Essay untersucht diese scheinbar einfache Frage anhand von Nelson Mandela, Menachem Begin, Jomo Kenyatta, Yasser Arafat sowie dem Spannungsverhältnis von PKK, PYD und YPG. Dabei wird die politische Zuschreibung „Terrorist“ weder als Beweis für die Illegitimität einer Bewegung akzeptiert noch begründet eine instrumentalisierte Zuschreibung automatisch die Legitimität der betreffenden Bewegung. Stattdessen entwickelt der Essay einen unabhängigen ethischen Prüfmaßstab. Ein legitimer Freiheitskampf setzt zunächst ein legitimes Ziel voraus; daraus folgt jedoch keine automatische Legitimität der eingesetzten Mittel. Ziel und Mittel müssen getrennt geprüft werden. An die Unterscheidung von ius ad bellum und ius in bello schließt ein eigener post-bellum-Test an: Entscheidend ist auch, welche politische Ordnung aus dem Kampf hervorgeht und ob die Rechte des ehemaligen Gegners ebenso anerkannt werden wie die eigenen. Im Zentrum steht schließlich die Frage, ob Selbstbestimmung universalisierbar ist, wenn mehrere Gruppen im selben Territorium legitime Ansprüche erheben. Der ergänzend herangezogene Fall Ho Chi Minh verschärft diese Frage, indem er zwischen kollektiver nationaler Befreiung und individueller politischer Freiheit unterscheidet. Der Essay führt damit vom politischen Etikett zu einem universalisierbaren ethischen Maßstab.