Eine zweite Chance
Die neue Praxis Dr. Norden 88 – Arztserie
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- Pedido anticipado
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- Se espera: 18 ago 2026
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Descripción editorial
Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser!
Katja Friedmann kannte den Schmerz inzwischen wie einen ungebetenen Mitbewohner, der sich eingenistet hatte und keine Anstalten machte, wieder zu gehen. Morgens war er dumpf und schwer, lag wie ein nasses Tuch über dem rechten Bein, das sich weigerte, wach zu werden. Im Laufe des Tages wurde er schärfer, zog sich in Wellen, ließ manchmal nach, lange genug, dass Katja dachte, jetzt, jetzt ist es vorbei und kehrte dann doch zurück, unbeeindruckt von ihrer Hoffnung. Abends, wenn sie die Beine hochlegte und das Buch aufschlug, das sie seit drei Wochen nicht über Seite achtundfünfzig hinausbekam, war der Schmerz am ehrlichsten, hartnäckig, gleichmäßig, unverhandelbar. Dabei waren die Knochen längst verheilt, das hatten die Röntgenbilder gezeigt, klar und eindeutig, in der nüchternen Sprache medizinischer Befunde. Lorenz, ihr Physiotherapeut, hatte sie gegen das Licht gehalten, seine großen Hände ruhig, sein Blick konzentriert und dann gesagt, was sie selbst schon wusste, dass anatomisch alles in Ordnung war. Sie hatten sich die Aufnahmen gemeinsam angesehen und sie kam zu demselben Schluss wie er, schließlich war auch sie eine erfahrene Physiotherapeutin. Aber den eigenen Gesundheitszustand objektiv zu beurteilen, war eine Herausforderung, es war schwer, sich selbst gegenüber objektiv zu sein. Lorenz, in dessen Praxis sie gearbeitet hatte, bis sie das Angebot erhielt für die Damenhandballmannschaft, die in die Profiliga aufgestiegen war, als Physiotherapeutin zu arbeiten, hatte die Mannschaft zwei Jahre lang betreut. Für die Profiliga aber fehlte ihm die Zeit, er wollte sich nun wieder mehr dem Aufbau seiner Praxis widmen. Im Moment vertrat er sie bei den Heimspielen, während eine andere Kollegin von ihr, die Mannschaft zu den Auswärtsspielen begleitete. Es war kein Dauerzustand, aber für eine Weile konnten sie sich auf diese Weise arrangieren. Was sie betraf, behandelte Lorenz sie mit dieser besonderen Mischung aus kollegialer Offenheit und professioneller Zurückhaltung, die nur zwischen Menschen entsteht, die dasselbe gelernt haben und trotzdem wissen, dass das nicht dasselbe ist wie dasselbe Erleben. Er massierte, mobilisierte, gab ihr Übungen, er nahm sich Zeit und doch wollten die Schmerzen einfach nicht verschwinden. Doktor Schwab, ihr Hausarzt, wusste auch nicht mehr weiter, das hatte er ihr bei ihrem letzten Besuch deutlich zu verstehen gegeben. Sie sah ihn noch vor sich, wie er hinter seinem Schreibtisch saß, die Hände flach auf den Schreibtisch gelegt und sie nachdenklich anschaute, bevor er sie wissen ließ, was er über ihren Zustand dachte. »Frau Friedmann, ich glaube, wir müssen das auch einmal von der anderen Seite betrachten. Die Schmerzen können durchaus eine psychische Komponente haben. Ein Trauma, der Sturz war ja nicht ohne«, hatte er gesagt.