Der Junge vom Saturn
Wie ein autistisches Kind die Welt sieht
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4,5 • 2 Bewertungen
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Beschreibung des Verlags
Peter ist ein seltsamer Junge. Wenn er sich freut, flattert er mit den Armen, wie ein Vogel. In der Schule beißt er die Mitschüler, weil er sich mehr durchbeißen soll. Und Zuhause studiert er stundenlang Lichtflecken an den Wänden, weil das so herrlich juchzt.
Peter Schmidts Aufzeichnungen über seine Kindheit mit Asperger-Syndrom sind einzigartig. Denn er kann sich nicht nur an die ersten Jahre seines Lebens, sondern sogar an die Stunden seiner Geburt erinnern! Für diese ungewöhnlichen Wahrnehmungen entwirft er eine eigene Sprachwelt, die faszinierend und verblüffend plausibel ist. Ein Lesevergnügen mit Aha-Effekt!
Kundenrezensionen
Faszinierendes, beeindruckendes Buch mit genauen Kindheitserinnerungen
Ein tatsächlich einzigartiges Buch, nicht nur für Menschen, die sich mit Autismus beschäftigen. Peter Schmidt, der von sich in der Ich-Form berichtet, weiß nicht, das er Autismus hat. Es weiß nur, dass er anders ist als andere Kinder, er leidet darunter und fragt sich, warum die anderen so komisch sind.
Wissenschaftler haben bei einigen Autisten festgestellt, dass ihr Gehirn wie eine Festplatte funktioniert. Eine Festplatte, die nicht gelöscht wird. So kann Peter Schmidt sogar seine Geburt beschreiben. Die Erinnerungen an seine Kindheit sind sehr detailliert und hervorragend aus der Sicht eines Kindes geschrieben. Dabei bedient sich Herr Schmidt verschiedener Schreibstile. Besonders zu Beginn mit vielen selbst erfundenen Worten, die aber alle sehr verständlich bleiben.
Menschen, die sich mit Autismus ein wenig auskennen, erkennen schnell, dass Herr Schmidt das klassische Leben als Asperger-Autist beschreibt.
So schlimm es für das Kind auch gewesen ist: die Missverständnisse, die sich aus dem (Miss-)Verständnis von Sprache ergeben, sind für Nicht-Autisten durchaus lustig zu lesen. Da spricht der Onkel von vielen Buchstaben im Alfabeet. Dabei kennt der kleine Peter doch nur Beete mit Erdbeeren oder Erbsen. Und jeden Abend gibt es "Armbrot", weil die Familie so arm ist. Während die anderen Kinder Taschengeld haben, er aber nichts in seiner Tasche findet, muss er das Geld aus dem Portmonee seiner Mutter nehmen (die dafür mit einer Heimeinweisung droht!). Dass er sehnsuchtsvoll an den Bahngleisen steht und auf den Rosenmontagszug wartet, ist dann nur folgerichtig. Aber als die älteren Schüler sich dann von ihm "eine Scheibe abschneiden sollen", bekommt er es doch mit der Angst zu tun.
Das Wort "Autismus" wird erst auf der viertletzten Seite das erste Mal verwendet! Während z. B. Liane H. Willey in ihrem Buch Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht. Leben mit dem Asperger-Syndrom im Rückblick mit der Aspergerdiagnose ihr Leben reflektiert, beschreibt Peter Schmidt sein Leben ohne Erläuterungen oder fachliche Erklärungsversuche. Denn er hat zu diesem Zeitpunkt keine Idee, warum er sich so fremd fühlt. Das macht dieses Buch so besonders: die vielen Missverständnisse in der Schule und in der Familie schmerzen dem Leser umso mehr, weil er schon den Hintergrund kennt.
Der kleine Peter hat das Gefühl, dass er von einem anderen Planeten kommt. Auch Temple Grandin, die bekannteste Autistin überhaupt und mit ihrem Buch Durch die gläserne Tür - Lebensbericht einer Autistin die Verfasserin des ersten Berichtes einer Autistin über ihre innere Autisten-Welt, fühlte sich wie eine "Anthropologin auf dem Mars".
Besonders in der Schule, als Jugendlicher, muss Peter extremes Mobbing aushalten. Er selbst benutzt diesen Begriff nicht, die anderen Kinder sind eben "gemein" zu ihm, wenn sie für sein Verschwinden aus der Klasse sammeln.
Wie Temple Grandin erinnert sich auch Peter Schmidt gern an den Lehrer, der ihn sehr früh gefördert hat. So erzeugt das Finale des Buches echte Gänsehaut...
Das Buch wird zurecht ganz sicher die Bestsellerlisten nach oben klettern und mit dazu beitragen, dass viele Menschen Informationen über Autismus erhalten. Nur eine allgemeine Kenntnis in der Öffentlichkeit führt dazu, dass Menschen wie Peter Schmidt nicht erst mit 41 Jahren ihre Diagnose erhalten. Denn die ist dann eine echte Offenbarung.
Von autismus-buecher.de
Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier. Eine Autistin entdeckt die Sprache der Tiere