Bergtraum der Urzeit
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Descripción editorial
BERGTRAUM DER URZEIT - DÜSTERE FANTASIEGESCHICHTE AUF DEUTSCH - BREDEVOORT VAN DEN BERG
In den Schatten der Berge, dort wo die Felsen so alt sind wie die Welt selbst und das Pfeifen der Murmeltiere die Tage ankündigt, liegt das vergessene Königreich der Fanes begraben. Dieser Roman, tief verwurzelt in der reichen Mythologie Südtirols, erweckt die ältesten Geschichten der Alpen zu neuem Leben.
Als die Bergmurmeltiere plötzlich verstummen und der Berg den Atem anhält, weiß der Jäger Lidsanel, dass etwas Furchtbares geschehen wird. Die Zwerge, die tief in den Felsen wohnen mit ihrer Zauberkraft und ihren geheimnisvollen Prophezeiungen, schenkten ihm einst drei Wünsche, doch er ließ die wichtigste Warnung fahren: dass die Fähigkeit sich zu erinnern das größte Geschenk von allen ist.
Dolasilla, die geliebte Prinzessin des Fanes-Volkes, trägt die Last eines Fluchs durch ihre Liebe zum falschen Mann. Ey de Net, der Feind mit dem magischen Schild, der Diener des Zauberers Spina de Mul, stahl in der Nacht ihre unfehlbaren Pfeile. Nun wartet er im Tal, um sie mit ihren eigenen Waffen zu töten.
Die Schlacht die folgt ist eine der größten Tragödien die die Alpen je gesehen haben. Das Tal färbt sich rot von Blut, der Himmel schwarz von Pfeilen. Als die Dämmerung fällt liegt Dolasilla gegen einen Felsen gelehnt, ihr Körper von drei ihrer eigenen Pfeile durchbohrt. Doch bevor sie stirbt gibt sie Lidsanel einen Auftrag der sein Leben für immer verändern wird.
Was folgt ist eine Reise durch die Zeit. Als Lidsanel im Nebel verschwindet wird er durch die Jahrtausende getragen, durch den Atem des Bergriesen der alles erinnert. Er erwacht in einer anderen Welt, tausende Jahre bevor die Fanes selbst existierten. Hinter ihm folgt ein Schatten durch den Wald, geduldig und unerbittlich.
"In der Bergspitzekälte, die der Wiedergeburt des Dämmerlichts vorausgeht, dem Stundenglas zwischen Nacht und Tagesanbruch, wenn die Welt den Atem anhält, hatten die Murmeltiere des Fanes-Plateaus geschwiegen, nicht eines nach dem anderen mit fallendem Ton gepfiffen, sondern einfach plötzlich nichts, eine Abwesenheit, die sich wie ein Gähnen im Abgrund öffnete, über dem die Wirklichkeit sich dreht und verschwimmt.
Lidsanel war aus seiner Hütte getreten, den Pelz noch um die Schultern, und die Stille hatte ihn mit der Tödlichkeit eines Giftpfeils zwischen die Rippen getroffen.
Kein Pfeifen von den Felswänden, kein Ruf, nur seine Atemwolke, die vor ihm hing, kurzlebig in der eisigen Luft, nur er, der stand und wartete.
Seine Mutter, die ihm den Namen gegeben hatte, bevor das Fieber sie fortnahm, hatte ihre Liebe in dieses eine Wort gefasst, und nun musste er es allein tragen.
Er hatte gelauscht, bis die Eiseskälte in seinen Ohren biss, tief bis in den Kern seines Wesens, aber nichts. Selbst der Wind, dieser ruhelose Wanderer der Höhen, war still geworden, als wartete er mit den Murmeltieren auf das Erscheinen von etwas, das vor langer Zeit versprochen worden war.
Drei Wünsche hatten die Zwerge ihm geschenkt, an jenem Tag im dunklen Steinschatten der Felsen, zwischen Glut und Wetterleuchten nasser Bergschneehänge, die wie gefangene hellweiße Sönnchen in den Felswänden brannten. Er hatte einen Zwerg gerettet, der in eine Spalte gerutscht und zwischen den schwarzen Felsen eingeklemmt war. Er hatte ihn aus der Kluft geholt, die Hand des verletzten Zwerges in die eigene geklammert, und dann war der Alte vor ihm erschienen, der Priester mit dem blitzweißen Bart, seine Augen mitternachtsschwarz wie die Steine, aus denen er erschaffen war."