Schwanental
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Descripción editorial
SCHWANENTAL - HORRORGESCHICHTE AUF DEUTSCH - BREDEVOORT VAN DEN BERG
"Schwanental" ist eine Horrorgeschichte aus dem frühen Neu-Niederlande. Eine holländische Siedlung wird von den Siconesen ausgelöscht, die Kolonisten auf unheimliche Weise zurückgelassen. In der Asche findet sich eine römische Goldmünze aus der Zeit Konstantins, ein Relikt, das nicht hierher gehört.
Jahre später kehren neue Siedler zurück, um das Fort wieder aufzubauen. Kapitän Willem van der Meer übernimmt das Kommando und spürt bald, dass hier mehr geschieht als ein gewöhnlicher Kolonialkonflikt. Die Münze in seiner Tasche pulsiert bei jeder Begegnung mit dem Unerklärlichen, die Siconesen beobachten schweigend den Waldrand, und die Toten scheinen nicht zu ruhen.
Die Erzählung spannt den Bogen über Jahrzehnte, durch Kriege gegen Schweden und England, bis zur Ankunft eines Geisterschiffes. Dessen Besatzung besteht aus römischen Legionären und keltischen Söldnern, angeführt von einem einbeinigen Krieger mit rauchendem Bart. Sie kommen, um das zurückzuholen, was ihnen gehört.
Eine atmosphärische historische Spukgeschichte über Schuld, Vergessen und das, was der Boden bewahrt. Für Leser, die literarischen Horror und dichte Stimmung schätzen.
«In der ersten Märzsonne sang das Metall. Es war nicht der lebendige Glanz von Gold oder das Blinken eines Kessels. Es war der tote, graue Schimmer von Blei und Zinn, vermischt zu einem Bild so groß wie die Schultern eines Riesen, auf einer Stange, die höher war als die reifsten Maispflanzen. Darauf stand, in erhabener Darstellung, das Wappen der Westindien-Kompanie: zwei prächtige Schiffe, umgeben von geschwungenen Lettern und einer Krone. Ein Handelsschiff und ein Kriegsschiff.
Für Tamanend, den ältesten Sohn des Häuptlings der Siconesen, war es etwas ganz anderes. Er hatte die Stange eine Woche lang beobachtet. Er hatte gesehen, wie die Mittagssonne sie erhitzte, wie der Regen sie nass machte. Seine scharfen Adleraugen hatten den Rand des stabilen Metalls studiert, wo es aus dem Holz ragte.
Er wartete, bis Hosset und seine Männer zu den südlichen Feldern aufgebrochen waren, ihre Grabstöcke über der Schulter, um den Boden für eine zweite Saison des Misserfolgs aufzubrechen. Als das Fort still war, bis auf die beiden Wachen am großen Tor, trat Tamanend näher. Er war nicht heimlich; er ging geradeaus, sein Gesicht ausdruckslos. Seine Tomahawk, mit einer Klinge aus scharfem Stein, ruhte in seiner Hand. Er blickte auf die Platte, auf die Stange.
Er stemmte die Tomahawk hinter das Metall, gegen das Holz. Ein kräftiger Ruck, ein Stöhnen von sich lösenden Nägeln, und das ganze Wappen fiel in seine Arme. Es war schwerer als gedacht. Die Kühle, das Gewicht der Zivilisation, trug er in seinen Armen. Dann drehte er sich um und ging, die Platte an der Brust, weg von der Stange, weg vom Fort, in Richtung des dichten Unterholzes, wo die Augen seines Volkes auf ihn warteten.
Dann zerriss sein Schrei die Luft.
Hosset wurde zurückgerufen, sein Gesicht eine Maske des Unglaubens, die sich in kochende Wut verwandelte. Er stand vor der kahlen Stange, die Hände schlaff.
Am nächsten Morgen gab es Bewegung am Waldrand. Der Siconesische Häuptling, Tamanends Onkel, trat vor, sein Gesicht eine verschneite Landschaft voller Ernst. Hinter ihm standen zwei Krieger. Und vor ihnen, auf dem kalten Boden, legten sie etwas ab.
Es war nicht die Metallplatte, sondern der blutige Kopf Tamanends. Die Augen halb offen, der Mund verstummt. Der Schnitt am Hals war sauber. Es war wenig Blut da. Es war ein Opfer. Ein Geständnis.»